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Welche Domain solltest du kaufen und warum entscheidet die Endung über deinen Erfolg?

Stefan Petri
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Deine Webadresse ist das Erste, was potenzielle Kunden von dir sehen. Noch bevor sie dein Portfolio bewundern, dein Angebot lesen oder dein Kontaktformular finden, stolpern sie über deinen Domainnamen. Und genau hier passiert etwas Entscheidendes: In Bruchteilen einer Sekunde entsteht ein Eindruck. Seriös oder billig? Lokal oder international? Branchenkenner oder Hobby-Bastler? Eine Domain kaufen ist deshalb keine technische Nebensächlichkeit, sondern eine strategische Entscheidung für dein gesamtes Branding.

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Spoiler: kreativagentur-müller-und-söhne-webdesign-marketing-2026.de war leider schon vergeben.

Trotzdem behandeln viele Freelancer und Kreativagenturen die Domainwahl wie einen lästigen Verwaltungsakt. Schnell irgendwas eingetippt, den günstigsten Anbieter genommen, fertig. Das rächt sich spätestens dann, wenn die Visitenkarten gedruckt sind und der Kunde am Telefon dreimal nachfragt, wie man die Adresse denn nun buchstabiert. In diesem Artikel erfährst du, worauf es beim Kauf einer Internet Domain wirklich ankommt, welche Domainendungen für welches Business Sinn ergeben und wie du typische Anfängerfehler vermeidest, die dich bares Geld kosten.

Warum ist deine Domain mehr als nur eine technische Adresse?

Stell dir deine Domain wie ein Ladenschild in der Fußgängerzone vor. Du kannst das schönste Geschäft der Welt haben, aber wenn draußen „Günstige Dienstleistungen GmbH & Co. KG Zweigstelle Nord" steht, läuft niemand rein. Dein Domainname transportiert deine Marke, bevor der Besucher auch nur einen Pixel deiner Website gesehen hat.

Ende 2024 waren laut DENIC insgesamt 17.661.679 .de-Domains registriert. DENIC Blog Statistisch betrachtet entfällt damit auf jeden fünften Einwohner in Deutschland eine eigene .de-Adresse. Das zeigt zwei Dinge gleichzeitig: Erstens ist der deutsche Domainmarkt nach wie vor riesig. Zweitens wird es zunehmend schwieriger, kurze und einprägsame Namen unter den klassischen Endungen zu finden.

Gerade für Kreativagenturen und Freelancer zählt der erste Eindruck enorm. Dein Domainname spiegelt deine Positionierung wider. Ein Webdesigner mit der Adresse maxmustermann-webdesign.de wirkt anders als einer mit studio-max.design. Beide können großartige Arbeit abliefern. Aber der zweite Name bleibt eher im Kopf und kommuniziert sofort, worum es geht.

Welche Domainendungen gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Wenn du eine Internet Domain registrieren willst, stehst du vor einer Auswahl, die auf den ersten Blick erschlagend wirkt. Weltweit existieren mittlerweile rund 1.600 verschiedene Top-Level-Domains. Die lassen sich grob in drei Kategorien einteilen.

Die länderspezifischen Endungen (ccTLDs) wie .de, .at oder .ch signalisieren eine klare regionale Zugehörigkeit. Für ein Business mit Fokus auf den DACH-Raum sind sie nach wie vor die erste Wahl. Deutsche Nutzer vertrauen .de-Adressen instinktiv, weil sie Seriosität und Rechtssicherheit versprechen.

Dann gibt es die generischen Endungen (gTLDs) wie .com, .net oder .org. Die Endung .com dominiert den Weltmarkt mit rund 160 Millionen registrierten Domains. Sie eignet sich besonders, wenn du international arbeitest oder deine Marke nicht an ein bestimmtes Land binden willst. Allerdings sind unter .com die meisten kurzen und einprägsamen Begriffe seit Jahren vergeben.

Die dritte Gruppe bilden die neuen generischen Endungen (nTLDs), die seit 2013 von der ICANN eingeführt werden. Hier wird es richtig interessant für Kreative und Agenturen.

EndungGeeignet fürTypische JahreskostenVertrauensfaktor
.deUnternehmen mit DACH-Fokus5 bis 15 EuroSehr hoch
.comInternational agierende Marken10 bis 20 EuroSehr hoch
.agencyKreativ- und Werbeagenturen18 bis 53 EuroMittel bis hoch
.designDesigner und Kreativstudios20 bis 50 EuroMittel bis hoch
.shopOnline-Shops und E-Commerce3 bis 66 EuroMittel
.ioTech-Startups und SaaS-Anbieter30 bis 60 EuroMittel
.aiKI-bezogene Projekte und Startups50 bis 100 EuroSteigend

Sind neue Domainendungen wirklich eine gute Alternative?


Bevor du dich für eine Endung entscheidest, solltest du die Grundlagen verstehen. Was genau ist eigentlich eine Domain, wie funktionieren Subdomains und welche Rolle spielt die TLD? Das folgende Video fasst die wichtigsten Begriffe kompakt und verständlich zusammen.

Kurze Antwort: Ja, aber mit Einschränkungen. Die neuen TLDs lösen ein echtes Problem. Wer heute eine .de oder .com Domain kaufen will, stellt schnell fest, dass die meisten guten Namen vergeben sind. Statt sich mit Bindestrich-Monstern wie meine-super-kreativagentur-berlin.de herumzuschlagen, kann eine Adresse wie studio.design oder deinname.agency die deutlich elegantere Lösung sein.

Die neuen generischen Top-Level-Domains erreichten Ende 2025 mit über 65 Millionen Registrierungen ein Allzeithoch. Domain-Recht Das zeigt, dass diese Endungen längst keine Nischenerscheinung mehr sind. Besonders die Endung .shop legte 2024 um rund 1,4 Millionen Domains zu und katapultierte sich damit auf Platz zwei der beliebtesten nTLDs.

Trotzdem solltest du ein paar Punkte beachten. Manche neuen Endungen haben ein Reputationsproblem, weil sie aufgrund niedriger Preise verstärkt für Spam missbraucht werden. Die Endungen .xyz und .top führen regelmäßig die Listen der missbrauchsanfälligen Domains an. Bevor du dich für eine exotische TLD entscheidest, lohnt sich ein Blick auf die Reputation bei Spamhaus oder ähnlichen Diensten.

Außerdem kennen viele Menschen die neuen Endungen schlicht noch nicht. Wenn du deine Adresse auf eine Visitenkarte druckst und der Empfänger sie nicht als URL erkennt, hast du ein Kommunikationsproblem. Eine Kombination aus klassischer .de-Domain und einer ergänzenden neuen Endung kann hier der goldene Mittelweg sein.

Worauf solltest du beim Domain kaufen achten?

Die Wahl der richtigen Domain ist mehr als nur ein kreativer Akt. Es gibt handfeste Kriterien, die du vor der Registrierung prüfen solltest. Hier eine Checkliste für deine Entscheidung.

Checkliste: So findest du die perfekte Domain

  1. Halte den Namen so kurz wie möglich. Jedes zusätzliche Zeichen erhöht die Fehlerquote beim Eintippen.
  2. Vermeide Umlaute und Sonderzeichen. International sorgen ä, ö und ü für Verwirrung, und manche Systeme können sie technisch nicht verarbeiten.
  3. Prüfe, ob der Name als Marke geschützt ist. Ein Blick ins Markenregister des DPMA spart dir teure Abmahnungen.
  4. Sichere dir mehrere Endungen gleichzeitig. Wenn du beispiel.de registrierst, solltest du auch beispiel.com sichern, damit kein Wettbewerber dort landet.
  5. Achte auf die Verlängerungskosten. Viele Anbieter locken mit Cent-Beträgen im ersten Jahr, verlangen bei der Verlängerung aber das Zehnfache.
  6. Wähle einen Anbieter mit gutem DNS-Management. Schnelle Nameserver und einfache Verwaltung sparen dir langfristig Nerven.
  7. Prüfe die Domainhistorie. Manche gebrauchte Domains tragen Altlasten wie Spam-Backlinks oder Google-Penalties mit sich.

Was kostet eine Domain und wo lauern versteckte Gebühren?

Die Grundkosten für eine Domain sind überschaubar. Eine .de-Adresse bekommst du bei den meisten Anbietern für unter 15 Euro pro Jahr. Bei .com-Domains liegt der jährliche Preis ähnlich. Die neuen Endungen variieren stärker und können bei spezialisierten TLDs wie .auto auch mehrere tausend Euro kosten.

Die eigentlichen Fallstricke liegen woanders. Viele Registrare arbeiten mit Aktionspreisen, die nur im ersten Jahr gelten. Du zahlst vielleicht 99 Cent für deine .de-Domain, ab dem zweiten Jahr werden daraus 15 Euro oder mehr. Bei zehn Domains summiert sich das schnell zu einem dreistelligen Betrag.

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Links: Was du bezahlst. Rechts: Was du ab Jahr zwei bezahlst. Taschenrechner weint leise.

Außerdem kosten Zusatzleistungen wie Whois-Schutz (damit deine persönlichen Daten nicht öffentlich einsehbar sind), E-Mail-Postfächer und SSL-Zertifikate bei manchen Anbietern extra. Andere packen alles in ein Paket. Ein gründlicher Vergleich der Gesamtkosten über mindestens zwei Jahre lohnt sich. Wenn du eine Domain kaufen möchtest, achte besonders auf transparente Preisgestaltung und darauf, welche Inklusivleistungen der Anbieter mitliefert.

Ein weiterer Kostenfaktor sind Premium-Domains. Das sind besonders kurze oder begehrte Adressen, die von Registraren oder Domainhändlern zu deutlich höheren Preisen angeboten werden. Eine Domain wie immobilien.de oder reisen.com kostet nicht 15 Euro im Jahr, sondern wird auf Marktplätzen für fünf- bis sechsstellige Beträge gehandelt.

Wie wirkt sich die Domainwahl auf dein SEO aus?

Eine Frage, die Freelancer und Agenturinhaber regelmäßig beschäftigt: Bringt mir eine bestimmte Domainendung einen SEO-Vorteil? Google hat dazu mehrfach klar Stellung bezogen. Neue Domainendungen werden von der Suchmaschine genauso behandelt wie die klassischen TLDs. Ein .shop-Shop rankt nicht automatisch besser als ein .de-Shop. Und ein Keyword in der Domainendung wie .design oder .agency gibt dir keinen direkten Ranking-Boost.

Was allerdings zählt, ist die Wiedererkennung und die Klickrate in den Suchergebnissen. Wenn ein Nutzer in den Google-Ergebnissen zwei URLs sieht, nämlich studio-muenchen.design und studio-muenchen-webdesign-grafik.de, klickt er mit höherer Wahrscheinlichkeit auf die kürzere, einprägsamere Variante. Und genau diese Nutzersignale fließen indirekt in das Ranking ein.

Für eine solide SEO-Strategie ist die Domain nur ein Baustein von vielen. Viel wichtiger sind hochwertiger Content, eine saubere technische Basis, schnelle Ladezeiten und ein durchdachtes Backlink-Profil. Wenn du die Grundlagen richtig machst, rankt deine Seite auch mit einer exotischen TLD.

Welche Domain-Strategie eignet sich für Kreativagenturen?

Für Agenturen im DACH-Raum empfiehlt sich in den meisten Fällen eine Zwei-Domain-Strategie. Die Hauptdomain läuft unter .de für den lokalen Markt. Ergänzend sicherst du dir die .com-Variante für internationale Kunden oder als Weiterleitung. Wenn der gewünschte Name unter .de schon vergeben ist, können branchenspezifische Endungen wie .agency, .design oder .studio eine professionelle Alternative bieten.

Größere Agenturen mit mehreren Leistungsbereichen fahren manchmal auch eine Multi-Domain-Strategie, bei der einzelne Produkte oder Marken eigene Domains bekommen. Das macht allerdings nur Sinn, wenn du die SEO-Kraft auf separate Projekte verteilen willst und die Ressourcen hast, mehrere Webauftritte parallel zu pflegen.

Die wichtigsten Überlegungen zur Domain-Strategie für deine Agentur:

Als Freelancer oder Solo-Selbstständiger hältst du es am besten schlicht. Dein eigener Name als Domain ist zeitlos und markenrechtlich unkompliziert. Maxmustermann.de funktioniert immer, egal ob du morgen Webdesign, Beratung oder Videodreh anbietest. Wenn du unter einem Markennamen auftrittst, prüfe vorab die Verfügbarkeit in allen relevanten Endungen und sichere dir die wichtigsten, bevor es jemand anderes tut.

Was passiert nach der Registrierung und welche Pflichten hast du?

Viele denken, nach dem Klick auf „Registrieren" sei die Arbeit getan. Dabei fängt sie gerade erst an. Seit Dezember 2025 gelten in Deutschland durch die nationale Umsetzung der NIS2-Richtlinie neue Vorgaben für die Bereitstellung von Domain-Registrierungsdaten. Das betrifft zwar primär die Registrare, hat aber auch Auswirkungen auf dich als Domaininhaber.

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Die Checkliste ist länger als erwartet. Der Kaffee leider nicht.

Du bist verpflichtet, bei der Registrierung korrekte Kontaktdaten anzugeben. Falsche Angaben können im Streitfall dazu führen, dass du deine Domain verlierst. Außerdem solltest du dir einen Kalender-Reminder für die Verlängerung setzen. Die meisten Domains werden zwar automatisch verlängert, aber wenn deine Kreditkarte abgelaufen ist oder du den Anbieter wechseln willst, musst du rechtzeitig handeln.

Denk auch daran, ein Impressum auf deiner Website einzurichten, sobald die Domain öffentlich erreichbar ist. In Deutschland gilt die Impressumspflicht für so gut wie alle geschäftlichen Webauftritte. Fehlt es oder ist es unvollständig, riskierst du eine Abmahnung. Gerade im Kreativbereich, wo man gern mal eine „Coming Soon"-Seite aufsetzt und dann vergisst, ist das ein klassischer Stolperstein.

Wie schützt du deine Domain langfristig vor Verlust?

Dein Domainname ist ein Vermögenswert. Manche Domains werden auf Marktplätzen für fünfstellige Beträge oder mehr gehandelt. Umso wichtiger ist es, sie aktiv zu schützen. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen.

Aktiviere den Domain-Lock (auch Transfer-Lock genannt). Damit verhinderst du, dass jemand ohne deine Zustimmung einen Providerwechsel einleitet. Die meisten Registrare bieten diese Funktion kostenlos an.

Nutze Zwei-Faktor-Authentifizierung für deinen Account beim Domain-Registrar. Falls jemand dein Passwort abfängt, kommt er trotzdem nicht an deine Domains.

Registriere deine Domain auf deinen eigenen Namen oder den deiner Firma. Wenn ein Webdesigner oder eine Agentur die Domain für dich registriert und auf ihren Namen einträgt, gehört sie formal ihnen. Das kann bei einer Trennung sehr unangenehm werden.

Sichere dir verwandte Schreibweisen und Endungen. Wer beispieldesign.de besitzt, sollte auch beispiel-design.de und beispieldesign.com reservieren. Das verhindert Trittbrettfahrer und schützt dein Markenimage.

Welche Trends prägen den Domain-Markt 2025 und 2026?

Der Domain-Markt verändert sich gerade spürbar. Die klassische Endung .com hat nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen 2025 eine Trendwende erlebt und konnte laut Branchenberichten netto wieder rund 4,8 Millionen Domains zulegen. Die neuen generischen Endungen wachsen parallel weiter und erreichen immer neue Rekordstände.

Ein besonders auffälliger Trend ist der Boom bei .ai-Domains. Die Endung gehört eigentlich zum karibischen Inselstaat Anguilla, wird aber weltweit als Kürzel für Künstliche Intelligenz genutzt. Bis Anfang 2025 überschritten die Registrierungen die Marke von 600.000. Anguilla verdiente 2023 rund 32 Millionen Dollar allein durch .ai-Registrierungen. Für KI-Startups und Agenturen mit Fokus auf automatisierte Lösungen kann eine .ai-Domain ein starkes Branding-Signal sein.

Gleichzeitig beobachtet die Branche wachsende Bemühungen im Bereich DNS-Sicherheit. Die Internet-Verwaltung ICANN warnt vor Missbrauch im Domain Name System und fordert einen Multi-Source-Ansatz bei der Bekämpfung von DNS Abuse. Für dich als Domaininhaber bedeutet das: Seriöse Registrare mit guter Sicherheitsinfrastruktur werden langfristig wichtiger als der günstigste Preis.

Für den DACH-Raum bleibt .de die unangefochtene Nummer eins unter den Länderendungen. Laut dem DENIC Domain-Atlas konnte die deutsche Endung auch 2024 entgegen dem internationalen Trend leicht zulegen. Hamburg führt die Statistik mit 330 .de-Domains pro 1.000 Einwohner an, gefolgt von Berlin mit 254. Wer im deutschen Markt sichtbar sein will, kommt an .de praktisch nicht vorbei.

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Veröffentlicht am von Stefan Petri
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Von Stefan Petri
Stefan Petri betreibt zusammen mit seinem Bruder Matthias das beliebte Fachforum PSD-Tutorials.de sowie die E-Learning-Plattform TutKit.com, die in der Aus- und Fortbildung digitaler beruflicher Kompetenzen einen Schwerpunkt setzt. 
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