Hinweis zur KI-Nutzung bei TutKit.com: Wir nutzen bereits seit längerer Zeit KI, um Bilder und Texte redaktionell zu optimieren. Deshalb kennzeichnen wir alle unsere Blogartikel direkt am Anfang. Die Inhalte werden weiterhin von uns geprüft, bearbeitet und redaktionell verantwortet.
Was seit August 2026 tatsächlich gilt
Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Acts gelten seit dem 2. August 2026. Der häufig genannte 1. August ist dagegen das Datum, an dem die Verordnung im Jahr 2024 in Kraft trat. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn Sie Kunden informieren oder interne Richtlinien formulieren.
Anbieter generativer KI-Systeme müssen dafür sorgen, dass synthetisch erzeugte Audio-, Bild-, Video- und Textinhalte in einem maschinenlesbaren Format als künstlich erzeugt oder bearbeitet erkennbar sind. Für Unternehmen, Agenturen und andere professionelle Anwender kommen Offenlegungspflichten hinzu, insbesondere bei Deepfakes und bestimmten Texten, die der Information der Öffentlichkeit dienen.
Nicht jedes KI-unterstützte Freistellen, Entrauschen oder Korrigieren wird dadurch automatisch zum kennzeichnungspflichtigen KI-Werk. Entscheidend sind unter anderem Art und Umfang der Bearbeitung, der Verwendungszweck und die konkrete Rolle Ihres Unternehmens. Bei journalistisch oder redaktionell geprüften Texten bestehen zudem Ausnahmen, wenn eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung übernimmt.
Der EU AI Act schreibt dabei nicht ausdrücklich C2PA oder ein sichtbares Wasserzeichen vor. C2PA ist jedoch ein praktikabler technischer Standard, um Herkunft, Bearbeitungsschritte und verwendete Werkzeuge nachvollziehbar zu dokumentieren.
Was C2PA-Metadaten leisten – und was nicht
C2PA steht für Coalition for Content Provenance and Authenticity. Der Standard speichert signierte Herkunftsinformationen in sogenannten Manifesten. Diese können beispielsweise festhalten, mit welcher Anwendung eine Datei exportiert wurde, ob generative Funktionen beteiligt waren und welche Organisation die Angaben signiert hat.
Damit erhalten Kunden mehr als ein gewöhnliches IPTC-Feld. Eine gültige Signatur macht nachträgliche Veränderungen am Manifest erkennbar. Trotzdem beweisen Content Credentials weder automatisch die Urheberschaft noch den Besitz sämtlicher Nutzungsrechte. Auch die rechtliche Zulässigkeit eines Motivs, einer Marke oder einer abgebildeten Person wird nicht geprüft.
Hinzu kommt ein praktisches Problem: Manche Plattformen, Messenger, Bildoptimierer und Content-Management-Systeme entfernen Metadaten beim Upload. Der Originalnachweis sollte deshalb zusätzlich im Projektarchiv liegen. C2PA ist ein Baustein der Dokumentation, aber kein Ersatz für Verträge, Model-Releases, Lizenzbelege und eine nachvollziehbare Freigabe.
Ein sinnvoller Workflow für Photoshop und Lightroom
In Adobe Photoshop können Content Credentials – abhängig von Programmversion, Region und Kontoeinstellungen – für unterstützte Dateien aktiviert und beim Export angehängt oder in einer Cloud gespeichert werden. Prüfe die Funktion nicht erst kurz vor der Abgabe, sondern an einer Testdatei.
Für ein typisches Kampagnenmotiv kann der Ablauf so aussehen:
- Lege die unbearbeitete Aufnahme und den Lizenzbeleg im Projektordner ab.
- Dokumentiere generative Erweiterungen, Retuschen und ausgetauschte Bildbereiche.
- Aktiviere verfügbare Content Credentials vor dem finalen Export.
- Exportiere die Kundenfassung mit dem vereinbarten Farbprofil.
- Prüfe die exportierte Datei mit einem geeigneten C2PA-Prüfwerkzeug.
- Bewahre die Originaldatei, finale Fassung und Freigabe gemeinsam auf.
Bei Lightroom und Lightroom Classic hängt die direkte Unterstützung ebenfalls von der eingesetzten Version und vom Exportweg ab. Falls die Installation keine passenden Content Credentials ausgibt, kannst du die Auswahl zunächst regulär exportieren und die finale Datei anschließend in einer unterstützten Anwendung signieren. Wichtig ist, dass deine Stapelverarbeitung Dateinamen, IPTC-Angaben und Zuordnungen nicht verändert.
Ein automatisiertes Export-Preset spart Arbeit, sollte aber nicht blind eingesetzt werden. Kontrolliere nach Updates stichprobenartig, ob Manifest, Copyright-Angaben, Kontaktinformationen und Farbraum erhalten bleiben.

Kommentare
Anmelden und kommentieren.