7 Plattformen zur Kurserstellung, mit denen Teams schneller schulen

Stefan Petri
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Lesezeit: 7 min
Bilder & Text mit Hilfe von KI erstellt
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Die Erstellung betrieblicher Schulungen dauert oft länger als geplant. Das Problem liegt selten an fehlendem Wissen. Die richtigen Mitarbeiter kennen den Prozess, das Produkt oder die interne Regel bereits.

Zeit geht verloren, sobald dieses Wissen mehrere Stationen durchlaufen muss. Eine Führungskraft erklärt das Thema und ein Learning Designer erstellt den Kurs. Später folgt die Prüfung, und kleine Änderungen starten eine weitere Korrekturrunde.

Eine gute Software zur Kurserstellung verkürzt diesen Weg. Fachleute und Schulungsteams können Inhalte gemeinsam an einem Ort erstellen und bearbeiten.

1. Easygenerator

Easygenerator eignet sich für Unternehmen, die ihre Fachleute früh einbinden möchten. Diese Personen arbeiten oft im Vertrieb, in der Produktsicherheit, im Finanzbereich oder im Kundendienst. Sie kennen das Thema genau, haben aber meist wenig Erfahrung mit Kursdesign.

Autoren können mit einem Dokument, einer Präsentation oder einer einfachen Idee beginnen. Die KI formt das Material anschließend zu einem ersten Kursentwurf. Das Autorentool für E-Learning unterstützt außerdem Tests, Bilder, Videos, Markenelemente und gemeinsame Prüfungen.

Kurse lassen sich über SCORM veröffentlichen. Der xAPI-Standard ermöglicht zusätzlich den Austausch von Lerndaten mit passenden Speichersystemen.

Besonders hilfreich ist die Plattform bei Wissen, das sich häufig ändert. Ein Produktmanager kann Schulungen direkt nach einer Produkteinführung anpassen. Verantwortliche für Regelkonformität können veraltete Vorgaben austauschen, ohne mehrere Wochen zu warten.

Die Unterstützung mehrerer Sprachen hilft internationalen Teams. Ein Kurs kann für verschiedene Länder und Märkte angepasst werden. Klare Prüfregeln bleiben jedoch wichtig, wenn viele Mitarbeiter Inhalte erstellen dürfen.

2. Articulate 360

Articulate 360 bietet zwei sehr unterschiedliche Möglichkeiten zur Kurserstellung. Rise 360 ist schneller und einfacher aufgebaut. Storyline 360 gibt erfahrenen Designern deutlich mehr Kontrolle.

Rise eignet sich für übersichtliche Lektionen mit Texten, Bildern, Videos und kurzen Übungen. Das Layout passt sich automatisch an Smartphones, Tablets und Computer an. Autoren müssen den Kurs deshalb nicht für jede Bildschirmgröße neu bauen.

Storyline bietet mehr gestalterische Freiheit. Designer können eigene Schaltflächen, verzweigte Szenen, Animationen und genaue Übungsaufgaben erstellen. Das eignet sich für Kurse, die mehr Interaktion benötigen.

Zum Paket gehören auch Prüfwerkzeuge und eine große Bibliothek mit fertigen Inhalten. Rise lässt sich schnell erlernen, während Storyline mehr Übung verlangt.

Dieser Unterschied ist bei der Auswahl wichtig. Ein kurzer Kurs über interne Regeln passt gut zu Rise. Eine genaue Simulation für den Kundendienst benötigt möglicherweise eine Storyline.

3. iSpring Suite

iSpring Suite arbeitet direkt in Microsoft PowerPoint. Das ist für viele Unternehmen ein großer Vorteil. Mitarbeiter kennen bereits die Menüs, Folien und grundlegenden Layoutwerkzeuge.

Vorhandene Präsentationen lassen sich in Onlinekurse umwandeln. Autoren können Tests, Sprachaufnahmen, Videos, Bildschirmaufnahmen und Rollenspiele hinzufügen. Der fertige Kurs kann anschließend über SCORM oder xAPI veröffentlicht werden.

Das hilft Unternehmen mit vielen älteren Schulungsfolien. Ein Vertriebsteam besitzt vielleicht bereits eine genaue Produktpräsentation. Ein kompletter Neubau in einem anderen Programm könnte mehrere Tage dauern.

Schlechte Folien werden jedoch nicht automatisch zu guten Schulungen. Lange Aufzählungen und überfüllte Seiten müssen weiterhin gründlich überarbeitet werden.

Die vertraute Oberfläche kann die Produktion deutlich beschleunigen. Sie kann Autoren aber auch dazu verleiten, zu viele alte Inhalte zu behalten.

4. Adobe Captivate

Adobe Captivate zeigt seine Stärken bei Schulungen zu Software und digitalen Abläufen. Das Programm kann einzelne Handlungen auf einem Computerbildschirm aufzeichnen. Daraus entstehen geführte Lektionen oder anklickbare Simulationen.

Das eignet sich für Lohnprogramme, Buchungssysteme, Kundendatenbanken und interne Software. Lernende sehen den Ablauf zunächst als Beispiel. Danach können sie jeden Schritt selbst üben.

Captivate unterstützt außerdem Tests, Videos, Widgets und anpassbare Seitenlayouts. Die Einarbeitung dauert jedoch länger als bei einem einfachen Programm im Browser.

Für kurze Aktualisierungen interner Regeln kann das Programm zu umfangreich wirken. Bei praktischen Softwareübungen spart es dagegen viel Produktionszeit.

Ein Team kann damit zum Beispiel ein neues Buchungssystem erklären. Mitarbeiter dürfen zuerst in einer sicheren Simulation Fehler machen. Erst danach arbeiten sie mit dem echten System.

5. Elucidat

Elucidat richtet sich an große Unternehmen mit vielen Kursautoren. Ein zentrales Schulungsteam behält die Kontrolle, während lokale Teams eigene Inhalte erstellen.

Das ist wichtig, wenn mehrere Standorte gleichzeitig Schulungen veröffentlichen. Ohne gemeinsame Regeln verwendet jeder Kurs andere Schriftarten, Farben, Layouts oder Formulierungen.

Elucidat bietet Vorlagen, Markenvorgaben und feste Prüfrollen. Lokale Autoren ergänzen ihr Fachwissen, während das zentrale Team Qualität und Stil schützt.

Die Plattform unterstützt außerdem Übersetzungsprozesse für internationale Unternehmen. Kleinere Teams benötigen diese Kontrolle möglicherweise nicht. Das System lohnt sich besonders, wenn viele Kurse, Sprachen und Autoren verwaltet werden müssen.

Ändert ein globales Unternehmen eine Sicherheitsregel, betrifft das oft mehrere Kurse. Häufig müssen auch verschiedene Sprachversionen aktualisiert werden. Eine zentrale Verwaltung macht diesen Prozess deutlich einfacher.

6. Coursebox

Coursebox legt einen starken Schwerpunkt auf die Kurserstellung mit KI. Nutzer können ein Dokument hochladen, einen Text einfügen oder eine Anweisung schreiben. Die Plattform erstellt daraus einen ersten Kursentwurf.

Dieser Entwurf kann Lektionen, Testfragen und eine grundlegende Struktur enthalten. Autoren können alle Inhalte vor der Veröffentlichung prüfen und bearbeiten.

Der größte Vorteil zeigt sich beim Start eines neuen Projekts. Eine leere Seite kostet oft viel Zeit. Ein grober Entwurf gibt dem Autor sofort eine klare Grundlage zur Überarbeitung.

Eine menschliche Prüfung bleibt trotzdem notwendig. Interne Regeln, Termine, Preise und genaue Arbeitsschritte müssen stimmen. KI-Texte können außerdem zu allgemein wirken oder dieselben Aussagen wiederholen.

Coursebox passt zu Teams, die schnell einen ersten Entwurf benötigen. Weniger geeignet ist es, wenn niemand Zeit für eine gründliche Prüfung hat.

7. H5P

H5P unterscheidet sich deutlich von den anderen Plattformen. Es erstellt vor allem kleinere, interaktive Lerninhalte.

Autoren können Tests, Umfragen, Lernkarten, Präsentationen und interaktive Videos erstellen. Diese Inhalte lassen sich in Moodle, Canvas, WordPress, Drupal und andere Systeme einbauen.

Das funktioniert gut, wenn ein Unternehmen bereits Schulungsmaterial besitzt. Videos können Fragen und Kontrollpunkte enthalten. So entsteht aktives Lernen durch Übungen und schnelles Feedback.

H5P ergänzt vorhandene Inhalte, ohne einen kompletten Neubau zu verlangen. Teams benötigen möglicherweise trotzdem ein weiteres Werkzeug für Planung, Prüfung, Veröffentlichung und Auswertung.

Für kleinere Verbesserungen ist H5P oft eine praktische Lösung. Ein Team kann eine schwache Lektion überarbeiten, ohne den gesamten Kurs zu ersetzen.

Die Plattformen im schnellen Vergleich

PlattformBesonders geeignet fürGrößte Stärke
EasygeneratorFachleute aus dem UnternehmenSchnelle Kurse aus internem Wissen
Articulate 360Erfahrene KursdesignerFlexible Gestaltungsmöglichkeiten
iSpring SuitePowerPoint NutzerVertrauter Erstellungsprozess
Adobe CaptivateSoftwaretrainerStarke Bildschirmsimulationen
ElucidatInternationale TeamsZentrale Kontrolle der Inhalte
CourseboxTeams mit KI-FokusSchnelle erste Kursentwürfe
H5PNutzer von LernplattformenEinfache interaktive Aktivitäten

Die richtige Plattform beseitigt den größten Engpass

Die beste Plattform hängt davon ab, an welcher Stelle die Arbeit stockt. Einige Teams warten lange auf Designer. Andere kämpfen mit alten Folien, Softwareübungen oder internationalen Aktualisierungen.

Easygenerator hilft Fachleuten, Schulungen direkt selbst zu erstellen. Articulate bietet Designern mehr Freiheit, während iSpring PowerPoint-Nutzer schneller arbeiten lässt. Captivate eignet sich für Softwareübungen, Elucidat unterstützt große Teams, Coursebox beschleunigt Entwürfe und H5P ergänzt bestehende Inhalte.

Das beste Werkzeug besitzt nicht die längste Funktionsliste. Es beseitigt die Wartezeit, die ein Team am meisten ausbremst.

Veröffentlicht am von Stefan Petri
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Von Stefan Petri
Stefan Petri betreibt zusammen mit seinem Bruder Matthias das beliebte Fachforum PSD-Tutorials.de sowie die E-Learning-Plattform TutKit.com, die in der Aus- und Fortbildung digitaler beruflicher Kompetenzen einen Schwerpunkt setzt. 

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