Wer kennt sie nicht, die tollen Sinedots-Grafiken, wo Linien sich miteinander verschlängeln und in tollen Farben aufleuchten? Viele gehen davon aus, dass man für solche Art Grafik ein Renderprogramm aus der 3D-Szene benötigt. Dem ist aber nicht so und Photoshop bringt uns alle Werkzeuge mit, damit wir solche Grafiken selbst erstellen können.
Schritt 1 - Anlegen einer neuen Datei
Zunächst benötigen wir eine neue Datei mit ca. 1200x1200 Pixel in den Abmessungen, damit wir genug Spielraum für unsere Grafik erhalten. Diesen Hintergrund färben wir schwarz ein.
Schritt 2 - Formenerstellung
Der Effekt besteht aus verschiedenen sich verkleinernden Formen.
Diese Formen können im Grunde sehr einfach erstellt werden. Ich verwende für diese Art der Erstellung eine Aktion, die ich dann beliebig oft ablaufen lassen kann.
Ich benötige dazu eine leere Ebene und verwende das Pfadwerkzeug zur Erstellung einer ersten Form. Alternativ kann man auch auf bereits vorhandene Formen aus der Formengalerie zurückgreifen. Mit dem Pfadwerkzeug zeichne ich mir eine einfache Grundform bzw. Linie auf.
Danach wähle ich im Kontextmenü die Option Pfadkontur füllen aus.
Ich belasse die angezeigte Option auf Buntstift, Druck simulieren. Die Vordergrundfarbe sollte im Vorfeld bereits auf Weiß eingestellt sein.
Wenn ich diesen Pfad gefüllt habe, kann ich den Arbeitspfad, den ich in der Ebenenpalette unter Pfade finde, löschen.
Schritt 3 - Aktion erstellen
Ich benötige für das einfache Vervielfältigen eine Aktion, die ich über das Fenster Aktion (F9) aufrufen kann. Ich lege eine Neue Aktion per Klick auf das Neu-Symbol neben dem Papierkorb an.
Zusätzlich kann ich noch einen Namen und eine Tastenkombination hinzufügen, die ich für das Ausführen dieser Aktion verwenden möchte.
Klicke ich nun auf Aufzeichnen, startet die Aufnahme unmittelbar danach. Es gibt keinen Grund zur Eile, aufgezeichnet werden alle Schritte, die ich jetzt unternehme.
Ich dupliziere zunächst meine Ebene per Strg+J. Danach skaliere ich diese kopierte Form. Und drehe diese bei verschobenem Mittelpunkt. Diesen setze ich entweder in eine der Ecken, das Drehzentrum oder an die Seite, damit sich später die Form darum dreht.
Wenn ich damit zufrieden bin, kann ich die Transformation stoppen, rufe mein Aktionen-Fenster auf und beende die Aufnahme der Aktion.
Schritt 4 - Aktion anwenden
Nun kann ich die Aktion im Grunde auch schon benutzen. Ich lege mir jedoch ein Ebenenset an, in dem alle Linienkopien versammelt werden. Zusätzlich benutze ich das Verkrümmen-Werkzeug, um meiner Form ein neues Aussehen zu verleihen.
Nachdem ich nun meine Form neu ausgestaltet habe, kann ich meine aufgezeichnete Aktion über das festgelegte Tatstaturkürzel aufrufen, so oft ich möchte. Sollten sich die Pfadbestandteile nicht wie gewünscht aneinanderreihen, so könnt ihr jederzeit eine neue Aktion erstellen. Probiert dann einfach auch aus, den Dreh- bzw. Skaliermittelpunkt zu versetzen. Hier ist etwas Experimentierfreude gefragt. Alternativ könnt ihr die Pfadteile auch manuell aneinanderreihen.
Schritt 5 - Formensets arrangieren
Jetzt geht es darum, die Formen miteinander zu kombinieren, Figuren zu erstellen oder weitere Bearbeitungen vorzunehmen.
Ich benutze dazu wiederkehrend die Werkzeuge der Transformationssteuerung zum Skalieren, Drehen, Verkrümmen etc. Durch Anlegen von Ebenenduplikaten kann ich immer wieder auf meine Ausgangsform zurückgreifen.
Schritt 6 - Formensets zusammenfassen, Effekte anwenden
Mit der Zeit sammeln sich einige schöne Formen an, die man mittels weiterer Bearbeitung durchaus für eine tiefer gehende Bildbearbeitung nutzen kann. So fasse ich beispielsweise alle sichtbaren Ebenen über Strg+Alt+Shift+E als neue Ebene zusammen und wende den Verzerrungsfilter Polarkoordinaten darauf an.
Ich kann zudem diese bearbeitete Ebene erneut duplizieren und nochmals den Filter Polarkoordinaten darauf anwenden, um mehr Krümmung zu erhalten.
Nun liegt es an jedem selbst, wie er diese Effekte für sich nutzen möchte. Ich habe für meine Bearbeitung zusätzlich den Weichzeichnungsfilter Radialer Weichzeichner aufgerufen und ihn strahlenförmig bei 100 Prozent Stärke und sehr guter Qualität angewendet.
Schritt 7 - Farbe ins Spiel bringen mit Einstellungsebenen
Zurzeit verfügen wir lediglich über weiße oder graue Formen, die so noch nicht sonderlich spannend wirken. Daher werde ich eine Einstellungsebene Verlauf auf den Ordner mit den Formen anwenden, um diese einzufärben. Nachdem ich nun einen Verlauf bestimmt habe, setze ich den Modus der Ebene noch auf Farbe.
Ich wende diese Techniken auch dazu an, der Form mehr Flügelfläche zu verleihen. Dazu nutze ich die weichgezeichnete Polarkoordinaten-Ebene und forme diese zu einem Flügelteil, den ich dann ebenfalls einfärbe. Damit diese Farbe jedoch nur auf diese Form zugreift, verknüpfe ich die Einstellungsebene mit der darunterliegenden Formebene durch Klick auf die Trennlinie in der Ebenenpalette bei gedrückt gehaltener Alt-Taste.
Der Ebenenmodus des Verlaufes wird auf Unterteilen gestellt.
Schritt 8 - Formen aufbauen
Im Grunde sind die wesentlichen Bearbeitungsschritte bereits genannt worden. Es liegt an jedem selbst, welche Farben und Formen wie miteinander kombiniert werden. Ich zeige nun den weiteren Aufbau des Bildes auszugsweise.
• Polarkoordinaten auf die Gesamtform angewendet
• Weichzeichnen und Verschieben nach unten im Ebenenstapel
• Einstellungsebene Farbverlauf - Modusänderung
• Lines (neue Formen erstellen, färben, anfügen)
• Verlauf erstellen und Form und Verlaufsebene zusammenfassen
• Abschließend Verlauf weichgezeichnet, einkopiert
Zu guter Letzt noch ein weiteres Beispiel: